„Wir haben ein Sicherheitsproblem“ Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreispolitiker Ludwig Burkardt zur Kriminalität in seinem Wahlkreis
Die Zahl der Straftaten im Fläming ist 2011 um 6,9 Prozent gestiegen, die Aufklärungsquote hingegen um 3,7 Prozent gesunken. Mit dem CDU-Landespolitiker Ludwig Burkardt sprach Hermann M. Schröder.
MAZ: Herr Burkardt, waren Sie überrascht von der rasanten Kriminalitätsentwicklung in Ihrem Wahlkreis?
Ludwig Burkardt: Schon ein wenig. Man würde ja nicht unbedingt vermuten, dass der Fläming eine Region ist, in der die Kriminalität steigt. Gerade die Zunahme von Autodiebstählen um fast 38 Prozent ist beängstigend. Erschreckend ist, dass die Aufklärungsquote bei diesen Delikten um fast 55 Prozent gesunken ist. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist alarmierend.
Was sind Ihrer Meinung nach die Ursachen dafür, dass immer weniger Fälle aufgeklärt werden, gemessen an der Zahl der Straftaten?
Burkardt: Es liegt möglicherweise an den langen Interventionszeiten. Eine Ursache ist vielleicht auch, dass die Kriminellen zunehmend Reisende sind. Wenn die Polizei vor Ort eintrifft, sind die Täter längst über alle Berge.
Gibt es also ein Sicherheitsproblem im Fläming?
Burkardt: Das deutet sich jetzt so an. Im Jahr 2008 hatten wir einen guten Stand in der Statistik. Jetzt haben wir ja regelrechte Sprünge. Das wird man sich ansehen müssen. Da sind wir als Landtagsabgeordnete gefragt. Denn der Fläming ist eine friedliche Region, von daher ist die Kriminalitätszunahme nicht so recht erklärbar. Ich denke, wir haben ein Sicherheitsproblem.
Welche Strategien schlagen Sie vor, um es zu lösen?
Burkardt: Wir müssen ein Ziel haben, und das kann nur lauten, die Kriminalität muss sinken und die Aufklärungsquote muss steigen. Aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die behaupten, gleich eine Patentlösung zu haben. Wir müssen schnell über die Probleme reden.
Brauchen wir mehr Polizisten, vor allem auf Streife?
Burkardt: Das ist eine naheliegende Lösung, aber ob sie mehr bewirkt, ist noch die Frage. Mehr Beamte auf der Straße, weniger in der Verwaltung, ist ein Ansatz. Die Kriminellen müssen abgeschreckt werden. Aber wir können natürlich nicht neben jeden Bürger einen Polizisten stellen.
Kommt die umstrittene Polizeireform also zu einem völlig falschen Zeitpunkt?
Burkardt: Wenn wir jetzt diese Entwicklung sehen, dann müssen wir sehr vorsichtig umgehen mit unserer Polizeistruktur.
Hat die Politik versagt?
Burkardt: Nein, das kann man so nicht sagen. Das Problem zeigt, dass wir das Vertrauen der Bürger nicht verlieren dürfen. Die Bürger sollen sich sicher fühlen dürfen. |